Rah­men­kon­zep­ti­on

Rah­men­kon­zep­ti­on für TSE-Kindertageseinrichtungen

  1. Vor­wort

Tages­ein­rich­tun­gen für Kin­der sind päd­ago­gi­sche Orte mit einem eigen­stän­di­gen Erziehungs-,  Bildungs- und Betreu­ungs­auf­trag. Zu den Kern­auf­ga­ben gehört die För­de­rung des Kin­des in der Ent­wick­lung sei­ner Per­sön­lich­keit, sowie die Bera­tung und Unter­stüt­zung der Eltern in der Wahr­neh­mung ihres Erzie­hungs­auf­tra­ges.

Das Umfeld, in dem sich der TSE (Trä­ger­ver­ein Sozia­le Ein­rich­tun­gen Wet­ter (Ruhr) e.V.) als Trä­ger von Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen bewegt, unter­liegt einem ste­ti­gen Wan­del. Unter­schied­lichs­te Ein­flüs­se wie gesell­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, demo­gra­phi­sche Ent­wick­lun­gen und ver­än­der­te Geset­zes­la­gen wir­ken auf den Trä­ger ein.

Daher ist es wich­tig, anhand eines Trä­ger­kon­zep­tes Ori­en­tie­rung für die Umset­zung des Erziehungs-, Bildungs- und Bereu­ungs­auf­tra­ges für alle Tages­ein­rich­tun­gen des TSE zu schaf­fen.

Die­ses Trä­ger­kon­zept ist kein abge­schlos­se­nes Werk, son­dern es muss immer wie­der über­prüft, den Gege­ben­hei­ten ange­passt und ent­spre­chend fort­ge­schrie­ben wer­den. Es stellt die Grund­la­ge dar, auf wel­cher die ein­zel­nen TSE-Kindertageseinrichtungen ihre eige­nen Kon­zep­tio­nen erar­bei­ten. Auf die­se Wei­se kann jede Ein­rich­tung die Beson­der­hei­ten der Lebens­ver­hält­nis­se in ihrem sozia­len Umfeld berück­sich­ti­gen und ihre detail­lier­ten Zie­le, Inhal­te und Metho­den beschrei­ben. Jede Ein­rich­tung ent­wi­ckelt somit ihr eige­nes beson­de­res Pro­fil und trägt dazu bei, dass Kin­der und Fami­li­en in den TSE-Kindertageseinrichtungen ein hoch­wer­ti­ges Bildungs- und Betreu­ungs­an­ge­bot vor­fin­den kön­nen.

 

  1. Der TSE als Trä­ger von Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen

Der Trä­ger­ver­ein Sozia­le Ein­rich­tun­gen Wet­ter (Ruhr) e.V. ist als frei­er gemein­nüt­zi­ger Ver­ein seit 1993 in Wet­ter (Ruhr) aktiv und im Dach­ver­band des Pari­tä­ti­schen Wup­per­tal orga­ni­siert.

 

Der TSE Wet­ter (Ruhr) e.V. ist ein Mit­glie­der­ver­ein; vie­le Bür­ger, auch Eltern und Mitarbeiterinnen/ Mit­ar­bei­ter sind als Mit­glie­der aktiv. Der Ver­ein wird von einem gewähl­ten, drei­köp­fi­gen Vor­stand im Ehren­amt geführt mit Unter­stüt­zung einer haupt­amt­li­chen Geschäfts­füh­rung sowie einer klei­nen inter­nen Ver­wal­tung. Der ehren­amt­li­che Ver­eins­rat ist in einer Bei­rats­funk­ti­on tätig und besteht aus max. 7 Mit­glie­dern, von denen ein Mit­glied aus dem Rat der Stadt Wet­ter (Ruhr) ent­sandt wird.

 

Der TSE betreibt Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen sowie einen Ambu­lan­ten Kinder- und Jugend­hil­fe­dienst. Zur­zeit gibt es ins­ge­samt 6 TSE-Kindertageseinrichtungen, wel­che in den Jah­ren 1993 – 2004 in die Trä­ger­schaft des TSE über­nom­men wur­den. Eine neue sechs­grup­pi­ge Ein­rich­tung ist in Pla­nung.

 

Die Auf­ga­ben, die der TSE als Trä­ger von Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen zu leis­ten hat, sind sehr viel­fäl­tig. Sie rei­chen von der wirt­schaft­li­chen Steue­rung, über kon­zep­tio­nel­le Fra­gen in der päd­ago­gi­schen Arbeit bis hin zu The­men wie Per­so­nal­ein­satz und Per­so­nal­ent­wick­lung, Sach­aus­stat­tun­gen und gege­be­nen­falls Aus- und Umbau­maß­nah­men.

Die 6 TSE-Kindertageseinrichtungen wei­sen sehr unter­schied­li­che Alters- und Grup­pen­struk­tu­ren auf. In jeder Kin­der­ta­ges­stät­te gibt es stand­ort­spe­zi­fi­sche Beson­der­hei­ten hin­sicht­lich der päd­ago­gi­schen Kon­zep­ti­on sowie der Ange­bots­for­men. In eini­gen Ein­rich­tun­gen bestehen beson­ders lang­jäh­ri­ge Erfah­run­gen hin­sicht­lich der Inklu­si­on von Kin­dern mit Behin­de­run­gen.

Die Ein­rich­tun­gen des TSE sind kon­fes­sio­nell nicht gebun­den und ste­hen allen Kin­dern – unab­hän­gig  von Kul­tur und Reli­gi­on – offen. Sie tra­gen in Wet­ter (Ruhr) zur Ange­bots­viel­falt und zu einem wohn­ort­na­hen und bedarfs­ge­rech­ten Ange­bot bei.

 

TSE-Kindertageseinrichtungen:

 

TSE Kin­der­gar­ten „Aben­teu­er­land“

Plät­ze für 45 Kin­der im Alter von 2 – 6 Jah­ren in 2 Grup­pen

Öff­nungs­zeit: 7.30 – 14.30 Uhr

 

  • TSE Fami­li­en­zen­trum „Frö­bel­haus“

Literatur-Kita NRW

Plät­ze für 70 Kin­der im Alter von 1 – 6 Jah­ren in 4 Grup­pen

Öff­nungs­zeit: 7.15 – 16.30 Uhr

 

  • TSE Kin­der­ta­ges­stät­te „Gra­ve­mann­haus“

Schwerpunkt-Kita Spra­che, Literatur-Kita NRW

PLUS-Kita

Plät­ze für 40 Kin­der im Alter von 1 – 6 Jah­ren in 2 Grup­pen

Öff­nungs­zeit: 7.00 – 16.00 Uhr

 

  • TSE Kin­der­gar­ten „Harkort­haus“

Schwer­punkt: Sprach­li­che Bil­dung

Plät­ze für 50 Kin­der im Alter von 3 – 6 Jah­ren in 2 Grup­pen

Öff­nungs­zeit: 7.15 – 14.15 Uhr

 

  • TSE Kin­der­ta­ges­stät­te „Reu­ter­haus“

Plät­ze für 60 Kin­der im Alter von 2 – 6 Jah­ren in 3 Grup­pen

Öff­nungs­zeit: 7.00 – 16.00 Uhr

 

  • TSE Fami­li­en­zen­trum „Vil­la Kun­ter­bunt“

Plät­ze für 55 Kin­der im Alter von 1 – 6 Jah­ren in 3 Grup­pen

Öff­nungs­zeit: 7.00 – 16.30 Uhr

 

  1. Gesetz­li­cher Auf­trag

Das Recht eines jun­gen Men­schen auf För­de­rung sei­ner Ent­wick­lung und auf Erzie­hung zu einer eigen­ver­ant­wort­li­chen und gemein­schafts­fä­hi­gen Per­sön­lich­keit ist in § 1 Abs. 1 SGB VIII fest­ge­legt.

Die Grund­sät­ze der För­de­rung von Kin­dern in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen bestim­men sich nach § 22

SGB VIII. Ab 01.08.2013 besteht laut SGB VIII § 24 Abs. 2 ein Anspruch auf För­de­rung in einer Tages­ein­rich­tung oder in der Kin­der­ta­ges­pfle­ge für Kin­der zwi­schen einem und drei Jah­ren. Kin­der, die das drit­te Lebens­jahr voll­endet haben, haben bis zum Schul­ein­tritt einen Anspruch auf För­de­rung in einer Tages­ein­rich­tung (SGB VIII § 24 Abs. 3).

 

Lan­des­recht­li­che Rege­lun­gen ergän­zen das Bun­des­recht und regeln den Betrieb, die Finan­zie­rung sowie den päd­ago­gi­schen Auf­trag von Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen.

In Nordrhein-Westfalen ist seit dem 1. August 2008 das Kin­der­bil­dungs­ge­setz NRW, kurz „KiBiz“,  in Kraft.  Wich­tigs­te Aus­sa­gen des KiBiz mit sei­nen Erwei­te­run­gen von 2010 und 2014:

 

  • Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen haben einen eigen­stän­di­gen Bildungs-, Betreuungs- und Erzie­hungs­auf­trag. Die Ent­wick­lung der Kin­der wird doku­men­tiert.
  • Sprach­li­che Bil­dung sowie Inklu­si­on von Kin­dern mit Behin­de­run­gen und die Unter­stüt­zung von Kin­dern aus benach­tei­lig­ten Fami­li­en­sys­te­men sind wesent­li­che Auf­ga­ben der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und wer­den zusätz­lich finan­zi­ell geför­dert.
  • Fami­li­en­zen­tren tra­gen mit zusätz­li­chen Bildungs- und Betreu­ungs­an­ge­bo­ten sowie mit ver­netz­ten Hil­fen zur Unter­stüt­zung der Fami­li­en im Ein­zugs­ge­biet bei.
  • Die Betei­li­gung von Kin­dern am Gesche­hen in der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung (Par­ti­zi­pa­ti­on) gehört seit 2014 zu den kon­zep­tio­nel­len Auf­ga­ben.
  • Das Platz­an­ge­bot soll sich am Bedarf der Eltern ori­en­tie­ren. Es wer­den drei unter­schied­li­che Betreu­ungs­zei­ten ange­bo­ten: je maxi­mal 25, 35 oder 45 Stun­den pro Woche. Das Ange­bot an Betreu­ungs­plät­zen für Kin­der unter drei Jah­ren wird schritt­wei­se aus­ge­baut.
  • Für jeden beleg­ten Platz wird eine soge­nann­te Kind­pau­scha­le gezahlt. Mit der Sum­me der Pau­scha­len muss der Trä­ger alle anfal­len­den Kos­ten in der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung bezah­len.
  • Das KiBiz regelt, wel­ches Per­so­nal zur Betreu­ung der Kin­der min­des­tens tätig sein muss (Ver­ein­ba­rung zu den Grund­sät­zen über die Qua­li­fi­ka­ti­on und den Per­so­nal­schlüs­sel). Dar­über hin­aus wird über beson­de­re Pau­scha­len für ein­zel­ne beson­de­re Auf­ga­ben­be­rei­che eine geziel­te Erhö­hung der Per­so­nalstun­den gere­gelt (U3-Pauschale, Mit­tel für Sprach­för­de­rung, PLUS-Kita, Fami­li­en­zen­trum, Ver­fü­gungs­pau­scha­le). Dem Trä­ger ist es frei­ge­stellt, wei­te­res  Per­so­nal zu beschäf­ti­gen (sofern die Pau­scha­len dafür aus­rei­chend sind).
  • Eltern finan­zie­ren die Kos­ten der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung in einer Stadt/ Gemein­de mit ihrem Eltern­bei­trag zu einem Drit­tel mit.

 

 

  1. Der Erziehungs- und Bil­dungs­auf­trag

In den TSE-Kindertageseinrichtungen erfolgt früh­kind­li­che Bil­dung auf der Grund­la­ge des § 13 KiBiz sowie der Bil­dungs­grund­sät­ze NRW und der dar­in for­mu­lier­ten Bil­dungs­be­rei­che. Bestehen­de Bil­dungs­kon­zep­te wer­den ent­spre­chend wei­ter ent­wi­ckelt und aktu­el­len päd­ago­gi­schen Erkennt­nis­sen ange­passt.  Der Aus­gangs­punkt für die Gestal­tung der päd­ago­gi­schen Arbeit in den TSE-Kindertageseinrichtungen liegt in den Kom­pe­ten­zen, Inter­es­sen und Bedürf­nis­sen des ein­zel­nen Kin­des. Das Fami­li­en­sys­tem und mit ihm der kul­tu­rel­le Hin­ter­grund des Kin­des wer­den in den Blick genom­men und in die päd­ago­gi­sche Arbeit mit ein­be­zo­gen.

 

 

4.1.    Päd­ago­gi­sche Ziel­set­zung

In den TSE-Kindertageseinrichtungen steht das Kind mit sei­ner Fami­lie im Mit­tel­punkt der päd­ago­gi­schen Arbeit. Die früh­kind­li­che Bil­dung der Kin­der in all­täg­li­chen Struk­tu­ren, in Pro­jek­ten und beson­de­ren jah­res­zeit­li­chen Ange­bo­ten ist die Grund­la­ge für eine gelin­gen­de Ent­wick­lung. Kin­der kom­men bereits mit viel­fäl­ti­gen Kom­pe­ten­zen in die Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung; die­se gilt es zu för­dern und zu ent­wi­ckeln, um durch viel­sei­ti­ge Anre­gun­gen zu einer Erfahrungs- und Kom­pe­tenz­er­wei­te­rung bei den Kin­dern bei­zu­tra­gen. Eine dem ein­zel­nen Kind zuge­wand­te und das Kind ernst neh­men­de Hal­tung bil­det die Grund­la­ge des päd­ago­gi­schen Han­delns.

 

Dem Leben in der Gemein­schaft und der Ver­or­tung im loka­len Gefü­ge der Stadt Wet­ter (Ruhr) kommt eine gro­ße Bedeu­tung zu. Kin­der sol­len sich in den TSE-Kindertageseinrichtungen wohl füh­len und im Mit­ein­an­der sozia­le Kom­pe­ten­zen erwer­ben kön­nen: eine eige­ne Mei­nung ent­wi­ckeln und ver­tre­ten, sich für ande­re ein­set­zen und sich als Teil einer Gemein­schaft erfah­ren. Eltern und Fach­kräf­te sol­len für Kin­der wahr­nehm­bar zusam­men­wir­ken. Durch Aus­flü­ge und Ver­net­zung sowie ein­be­zie­hen­de Eltern­ar­beit erfah­ren Kin­der das Eingebunden-Sein in ihr Umfeld, ihre Wohn­sied­lung, ihren Stadt­teil.

 

 

4.2.    Ein­ge­wöh­nung

In jeder TSE-Kindertageseinrichtung wur­de ein spe­zi­fi­sches Kon­zept zur Ein­ge­wöh­nung neu­er Kin­der ent­wi­ckelt, dass sich an der Alters­struk­tur sowie den beson­de­ren Gege­ben­hei­ten der Ein­rich­tung ori­en­tiert und die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se der Kin­der und deren Fami­li­en berück­sich­tigt. Die Ein­ge­wöh­nung wird als Pro­zess des Über­gangs ver­stan­den, dem eine gro­ße Bedeu­tung für das Kind und sei­ne Eltern, aber auch für die betreu­en­den Fach­kräf­te zukommt.

 

 

4.3.    Bil­dungs­do­ku­men­ta­ti­on

In den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen des TSE wird die Ent­wick­lung der Kin­der mit Hil­fe der „Leu­ve­ner Engagiertheits-Skala“ doku­men­tiert. Die­sem Sys­tem liegt die Annah­me zu Grun­de, dass ein Kind sich aktiv ent­wi­ckelt, wenn es sich emo­tio­nal wohl­fühlt und enga­giert bei der Sache ist. Dar­aus ergibt sich für die Fach­kräf­te die Auf­ga­be, Bedin­gun­gen zu ent­wi­ckeln, die dem ein­zel­nen Kind opti­ma­le Mög­lich­kei­ten der Wei­ter­ent­wick­lung bie­ten. Die Eltern stim­men der Durch­füh­rung der Ent­wick­lungs­do­ku­men­ta­ti­on zu und erhal­ten die­se vor der Ein­schu­lung aus­ge­hän­digt.

Jedes Kind doku­men­tiert mit Beglei­tung der Fach­kräf­te sei­ne eige­ne Ent­wick­lung in einer „Portfolio-mappe“. Die­se nimmt das Kind am Ende der Kin­der­gar­ten­zeit mit.

 

 

4.4.    All­tags­in­te­grier­te Sprach­bil­dung

Jede TSE-Kindertageseinrichtung hat ein Kon­zept zur all­tags­in­te­grier­ten Sprach­bil­dung gemäß § 13 c KiBiz ent­wi­ckelt, wel­ches die Alters­struk­tur und die beson­de­ren Bedürf­nis­se der Kin­der in der Ein­rich­tung berück­sich­tigt. Die sprach­li­che Ent­wick­lung wird mit den Doku­men­ta­ti­ons­bö­gen „Liseb“, „Seldak“ und „Sis­mik“ beglei­tet.

Die TSE-Fachkräfte wer­den in Team­fort­bil­dun­gen für die all­tags­in­te­grier­te Sprach­bil­dung qua­li­fi­ziert. Zwei TSE-Kindertageseinrichtungen wei­sen als Schwer­punkt­ein­rich­tun­gen für Sprach­li­che Bil­dung einen beson­ders hohen Fort­bil­dungs­stan­dard auf.

 

 

4.5.    Betei­li­gung von Kindern/ Par­ti­zi­pa­ti­on

Die Kin­der und ihre Betei­li­gung am Tages­ab­lauf ste­hen im Mit­tel­punkt der TSE-Kindertageseinrichtungen. Der TSE fühlt sich demo­kra­ti­schen Wer­ten und Rech­ten ver­pflich­tet und ach­tet Kin­der­rech­te. In Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen wur­den gemein­sam mit den Fach­kräf­ten Grund­zü­ge der Par­ti­zi­pa­ti­on von Kin­dern gemäß § 13 Abs. 6 KiBiz erar­bei­tet. Auf die­ser Grund­la­ge hat jedes TSE-Team ein spe­zi­fi­sches Kon­zept der Betei­li­gung von Kin­dern ent­wi­ckelt, wel­ches die Alters­struk­tur, kon­zep­tio­nel­le und Res­sour­cen bezo­ge­ne Beson­der­hei­ten der jewei­li­gen Ein­rich­tung ein­be­zieht.

 

 

4.6.    Über­gang Kita/ Grund­schu­le

Die Bedeu­tung von Über­gän­gen im Leben von Kin­dern wird in den TSE-Kindertageseinrichtungen als wesent­lich für die kind­li­che Ent­wick­lung wahr­ge­nom­men. Die Koope­ra­ti­on mit den Grund­schu­len und eine posi­ti­ve Beglei­tung der Schul­an­fän­ger stel­len seit vie­len Jah­ren einen Pfei­ler der päd­ago­gi­schen Arbeit dar. Eine ver­bind­li­che Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung auf kom­mu­na­ler Ebe­ne zwi­schen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und Grund­schu­len ist im Pro­zess; die­se wird indi­vi­du­el­le Abspra­chen zwi­schen Kita und Schu­le erwei­tern und auf eine neue Grund­la­ge stel­len. Die gute Pra­xis von gegen­sei­ti­gen Hos­pi­ta­tio­nen und gemein­sa­mer Beglei­tung von Schul­an­fän­gern wird fort­ge­führt.

 

Für die Beglei­tung der Schul­an­fän­ger­kin­der im letz­ten Kin­der­gar­ten­jahr hat jede TSE-Kindertageseinrichtung in ihrem Kon­zept beson­de­re Schwer­punk­te gesetzt, die sich auch in guten Tra­di­tio­nen der Ein­rich­tun­gen begrün­den.

 

 

4.7.    Kin­der­schutz

Der TSE hat mit dem Fach­dienst Jugend der Stadt Wet­ter (Ruhr) eine Ver­ein­ba­rung nach §§ 8a Abs.4 und 72 a SGB VIII abge­schlos­sen. Alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des TSE müs­sen vor Ein­stel­lung ein erwei­ter­tes Füh­rungs­zeug­nis vor­le­gen.

Der Schutz von Kin­dern und die Unter­stüt­zung von Eltern zur Ver­mei­dung von Kin­des­wohl­ge­fähr­dung stel­len für den TSE eine bedeut­sa­me Auf­ga­be dar. Die Fach­kräf­te in den TSE-Kindertageseinrichtungen wur­den in einer Gesamt­fort­bil­dung zum Ver­fah­ren im Umgang mit pre­kä­ren Situa­tio­nen und Kin­des­wohl­ge­fähr­dung geschult. Ein schrift­li­ches Kon­zept zum Ver­fah­ren und zur Doku­men­ta­ti­ons­pflicht beim Ver­dacht der Kin­des­wohl­ge­fähr­dung liegt in allen TSE-Einrichtungen vor und wird von den Lei­te­rin­nen in den Teams regel­mä­ßig bespro­chen und ggfs. aktua­li­siert. Eine Mit­ar­bei­te­rin des TSE ist als Fach­kraft für Kin­der­schutz aus­ge­bil­det, wei­te­re wer­den fol­gen. Als „inso­fern erfah­re­ne Fach­kräf­te“ ste­hen die Mit­ar­bei­ter der GVS – Erziehungs- und Fami­li­en­be­ra­tungs­stel­le Wetter/ Her­de­cke im Rah­men der Koope­ra­ti­on sowie die Mit­ar­bei­te­rin­nen des TSE aus dem Bereich Ambu­lan­te Kinder- und Jugend­hil­fe zur Ver­fü­gung.

 

 

  1. Personal/ Qua­li­fi­zie­rung und Wei­ter­bil­dung

In allen TSE-Kindertageseinrichtungen sind aus­schließ­lich päd­ago­gi­sche Fach- und Ergän­zungs­kräf­te ent­spre­chend der Per­so­nal­ver­ein­ba­rung KiBiz § 26 Abs.3 Nr. 3 (Ver­ein­ba­rung zu den Grund­sät­zen über die Qua­li­fi­ka­ti­on und den Per­so­nal­schlüs­sel) beschäf­tigt.

 

Die per­so­nel­le Beset­zung in den TSE-Kindertageseinrichtungen ori­en­tiert sich an den Vor­ga­ben des KiBiz Anla­ge zu § 19 und wird jähr­lich dem aktu­el­len Bedarf ent­spre­chend über­prüft und ange­passt.

 

Alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ver­fü­gen über Fach­aus­bil­dun­gen als Erzieherin/ Erzie­her bzw. Kinderpflegerin/ Kin­der­pfle­ger und wer­den regel­mä­ßig in Fort­bil­dun­gen fach­lich geschult und wei­ter gebil­det. Eini­ge Lei­te­rin­nen sind als Fach­wir­tin für Erzie­hungs­we­sen sowie als Diplom Sozi­al­päd­ago­gin zusätz­lich qua­li­fi­ziert. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben sich zwei Kin­der­pfle­ge­rin­nen des TSE in berufs­be­glei­ten­den Bil­dungs­gän­gen zur Erzie­he­rin wei­ter qua­li­fi­ziert. Ein­zel­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter haben sich zu Fachthe­men spe­zia­li­siert: Fach­kräf­te für die sprach­li­che Bil­dung, Fach­kraft für Kin­der­schutz, Fach­kräf­te für lite­ra­ri­sche Bil­dung, Fach­kräf­te für Inklu­si­on; in die­ser Funk­ti­on neh­men sie auch an the­men­spe­zi­fi­schen loka­len Arbeits­krei­sen teil. Um zukünf­ti­ge Fach­kräf­te aus­zu­bil­den hat der TSE Stel­len für Erzie­he­rin­nen und Erzie­her im Aner­ken­nungs­jahr geschaf­fen.

 

Ein­mal jähr­lich wer­den alle Mitarbeiterinnen/ Mit­ar­bei­ter zu einem aktu­el­len päd­ago­gi­schen The­ma gemein­sam geschult. Dar­über hin­aus sichern regel­mä­ßi­ge Ziel­ver­ein­ba­rungs­ge­sprä­che mit allen päd­ago­gi­schen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern die qua­li­ta­ti­ve Wei­ter­ent­wick­lung des Fach­per­so­nals.

 

In den TSE-Kindertageseinrichtungen fin­den zwei­mal jähr­lich zur Wei­ter­ent­wick­lung von päd­ago­gi­scher Qua­li­tät Kon­zep­ti­ons­ta­ge im Team statt. Die Lei­te­rin­nen der TSE-Kindertageseinrichtungen arbei­ten in der monat­li­chen Dienst­be­spre­chung mit der Geschäfts­füh­rung an der Aus­ge­stal­tung wesent­li­cher gemein­sa­mer Zie­le und Auf­ga­ben.

 

  1. Zusam­men­ar­beit mit den Eltern

In den Tages­ein­rich­tun­gen des TSE wird nicht nur das Kind, son­dern mit erwei­ter­tem Blick auch die Fami­lie des Kin­des als bedeut­sam wahr­ge­nom­men. Erzie­hungs­part­ner­schaft im Sin­ne von § 9 KiBiz ist die Basis für eine gelin­gen­de Teil­ha­be auch von Eltern an den Pro­zes­sen in der Kin­der­ta­ges­stät­te. Eltern sind in den Ein­rich­tun­gen des TSE will­kom­men; sie fin­den dort mit ihren Fra­gen Gehör und im Bedarfs­fall kom­pe­ten­te Bera­tung und Unter­stüt­zung in Erzie­hungs­fra­gen. Eltern und Fach­kräf­te tau­schen sich im jähr­lich statt­fin­den­den Ent­wick­lungs­ge­spräch über das Kind aus.

Die Mit­ar­beit in den Eltern­bei­rä­ten wird geför­dert und posi­tiv unter­stützt. Dar­über hin­aus ist die viel­fäl­ti­ge Betei­li­gung von Eltern in den TSE-Kindertageseinrichtungen erwünscht: Hos­pi­ta­tio­nen, das Ein­brin­gen beson­de­rer Fer­tig­kei­ten in Form von Pro­jek­ten, Mit­ge­stal­tung bei Fes­ten und Aus­flü­gen.

 

Kri­tik von Eltern­sei­te wird in den Ein­rich­tun­gen des TSE sehr ernst genom­men und ent­spre­chend der Dring­lich­keit und Bedeu­tung in Gesprä­chen auf der Basis lösungs­ori­en­tier­ter Kon­zep­te auf­ge­ar­bei­tet. Kri­tik leis­tet im Ver­ständ­nis des TSE einen wesent­li­chen Bei­trag zur Qua­li­täts­über­prü­fung und Qua­li­täts­ver­bes­se­rung.

 

 

  1. Ver­net­zung

Die Ver­net­zung mit loka­len Koope­ra­ti­ons­part­nern ist ein bedeu­ten­der Bestand­teil der päd­ago­gi­schen Arbeit in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen des TSE und in den jewei­li­gen Ein­rich­tungs­kon­zep­ten ver­an­kert. Wesent­li­che Koope­ra­ti­ons­part­ner sind

 

  • Fach­dienst Jugend der Stadt Wet­ter (Ruhr) mit den Berei­chen Fach­be­ra­tung für Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen, Bezirks­so­zi­al­ar­beit, Kin­der­ta­ges­pfle­ge, Frü­he Hil­fen
  • Grund­schu­len im Ein­zugs­ge­biet
  • GVS – Erziehungs- und Fami­li­en­be­ra­tungs­stel­le
  • Früh­för­der­stel­len
  • Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen ande­rer Trä­ger
  • Ambu­lan­te Diens­te des TSE Wet­ter (Ruhr) e.V.
  • Bereichs­po­li­zist.

 

Die TSE-Familienzentren sowie die Ein­rich­tun­gen mit beson­de­ren Schwer­punk­ten erwei­tern die Zusam­men­ar­beit mit wei­te­ren spe­zi­fi­schen Koope­ra­ti­ons­part­nern z.B. the­ra­peu­ti­sche Pra­xen, Kin­der­ärz­te, Kom­mu­na­les Inte­gra­ti­ons­bü­ro, Offe­ner Ganz­tag der Grund­schu­le, För­der­schu­len und Akteu­ren der Erwach­se­nen­bil­dung oder Gesund­heits­er­zie­hung.

Alle Ein­rich­tun­gen des TSE arbei­ten eng mit Berufs­kol­legs und Fach­schu­len zusam­men, um zukünf­ti­ge Fach­kräf­te prak­tisch aus­zu­bil­den und zu qua­li­fi­zie­ren.

 

 

  1. Qua­li­täts­ma­nage­ment

Die qua­li­ta­ti­ve Wei­ter­ent­wick­lung der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen ist eine zen­tra­le Auf­ga­be des TSE als Trä­ger. Die TSE-Kindertageseinrichtungen eva­lu­ie­ren und ent­wi­ckeln die Qua­li­tät ihrer Ange­bo­te und Pro­zes­se mit Hil­fe des Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tems „PQ-Sys® KiQ“  des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­ban­des NRW. Neun pra­xis­nah aus­ge­rich­te­te Qua­li­täts­mo­du­le unter­stüt­zen die Selbst­eva­lua­ti­on in den wich­tigs­ten Auf­ga­ben­be­rei­chen.  Sie beglei­ten die Pro­zes­se der Stand­ort­be­stim­mung, der Reflek­ti­on und Neu­aus­rich­tung von Zie­len und Fest­le­gung von Maß­nah­men zur Wei­ter­ent­wick­lung der päd­ago­gi­schen Arbeit.

 

Mit Hil­fe des QM-Instrumentes wer­den im aktu­el­len Pro­zess Trä­ger­stan­dards für die TSE-Kindertageseinrichtungen erar­bei­tet. Die Trä­ger­auf­ga­ben wer­den in einer pari­tä­tisch besetz­ten, spe­zi­fi­schen Arbeits­grup­pe (Vor­stand, Geschäfts­füh­rung, Gre­mi­en, Mitarbeiterinnen/ Mit­ar­bei­ter) regel­mä­ßig eva­lu­iert und wei­ter­ent­wi­ckelt.

 

Stand: Novem­ber 2016